Die Einladung vom Verein Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt e.V., eines der unterstützten Projekte von netzwerk.SOZIAL, hatte schon seit einiger Zeit Bestand. Am vergangenen Freitag hat es dann auch endlich geklappt mit dem Treffen in Frankfurt am Main. Soviel vorweg, es war in jeder Hinsicht ein absolut bemerkenswerter, wertvoller und beeindruckender Tag. Ich habe Menschen kennengelernt, die mit dem Thema Krebs hautnah konfrontiert waren oder sind und sich selbst als sportliche Aktivisten einsetzen.
Wie kam der Kontakt zu diesem Verein überhaupt zustande? Um das zu erklären, zunächst ein kurzer Blick zurück.
KILOMETER FÜR KINDER verbindet
Schon vor über einem Jahr lernte ich durch KILOMETER FÜR KINDER Christian Malesevic kennen, zunächst über Social Media, etwas später bei dem Event „24h auf den Großen Feldberg“ auch ganz persönlich. Christian ist selbst betroffener Vater und leidenschaftlicher Rennradler. Zudem engagiert sich Christian sehr aktiv in diesem Verein, der von betroffenen Eltern gegründet wurde und auch fast ausschließlich von betroffenen Eltern geführt wird. Anfangs hatte ich, da ich selbst Vater einer glücklicherweise gesunden Tochter bin, durchaus gewisse, nennen wir es ruhig Berührungsängste und auch Hemmungen, mich mit dem Thema Krebs bei Kindern intensiver und eben hautnah auseinander zu setzen. Zu monströs und unaussprechlich erschien mir allein der Gedanke an die Situation betroffener Kinder und ihrer Eltern.
In der Vergangenheit hatte ich mich hauptsächlich mit den sportlichen Aspekten meiner Initiative KILOMETER FÜR KINDER und eben damit befasst, wie sich über einen ständigen Ausbau der Vernetzung ein Maximum an finanzieller Hilfe für Vereine und Projekte wie diesem in Frankfurt, erzielen lässt.
Übrigens sind es genau solche Begegnungen und daraus entstandene Freundschaften, wie die mit Christian, die mich dazu bewegt haben, die Unterstützung für die große, aber auf mich doch immer bürokratischer und unpersönlicher wirkende Deutsche Kinderkrebsstiftung einzustellen, um in Zukunft viele kleinere, regionale Projekte aus ganz Deutschland, ähnlich dem Verein Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt e.V. zu unterstützen. Hier wissen persönlich Betroffene ganz genau, wie die Spendengelder zielgerichtet und effektiv eingesetzt werden können.
Sympathische Gespräche
Der Tag in Frankfurt verlief in einer lockeren Gesprächsrunde sehr angenehm und kurzweilig, mit total interessanten und sympathischen Teilnehmern, die ich in diesem Blog unbedingt kurz vorstellen möchte. Wie sehr sich alle Beteiligten mit dem, was sie tun, identifizieren, wie alle mit ihrem Engagement, ihrer Überzeugung, diesen Verein unterstützen, hätte anschaulicher und tiefgehender nicht dargestellt werden können.
Julia und Dr. Alexander Nikolopoulos: Alexander war selbst vor einiger Zeit an Krebs erkrankt und hat es mit einer für mich unvorstellbaren körperlichen und mentalen Leistung geschafft, sich schon während und unmittelbar nach der Therapie für den IRONMAN HAWAII zu qualifizieren, um dann dort auch noch hervorragend abzuschneiden. Diese Erfahrungen hat Alex übrigens auch in einem Buch verarbeitet(„Weiterkämpfen…“). Julia und Alexander setzen sich beide als sportliche Kämpfer für krebskranke Kinder ein, unter anderem mit dem Event „24h auf den Großen Feldberg“.

Axel Reutter: Axel hat mit seiner Initiative BIKE4BENEFIT bisher genau wie ich mit KILOMETER FÜR KINDER die Deutsche Kinderkrebsstiftung unterstützt. Und auch aus den gleichen Gründen möchte er das ab diesem Jahr nicht mehr. Vor rund 20 Jahren war auch Axel selbst erkrankt, nun engagiert er sich schon lange sportlich für die Hilfe zugunsten krebskranker Kinder und ihrer Familien. BIKE4BENEFIT weist viele Parallelen zu KILOMETER FÜR KINDER auf. Super, sich mal persönlich und ganz direkt kennengelernt zu haben.

Altan Eskin: Sympathisch, offen und ehrlich schilderte Altan seine Erfahrungen, seine Höhen und Tiefen seit der Knochenmarkkrebs-Diagnose. Auf wirklich beeindruckende Art verdeutlichte Altan, wie wichtig jede Art von Bewegung zur Unterstützung der Therapien, wie emotional für ihn die Freude über jeden sportlichen Fortschritt ist. Und diese Fortschritte stehen oft in Verbindung mit persönlichen Herausforderungen und eben Spendenaktionen für den Verein Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt. Absoluter Respekt und alles Gute!

Eik Elstner: Von Frankfurt nach Portugal, 3.000 Kilometer mit 25.000 Höhenmetern. Dieses Hammerprojekt hat Eik, der in seiner Jugend selbst an Krebs erkrankt war, auf spannende Art und Weise geschildert. Klar war von Anfang an, dass diese Aktion, die Eik „cycling4live22“ betitelt hatte, auch mit einem Spendenaufruf verbunden werden musste. Insgesamt sind auf dieser Tour satte 15.000 Euro zur Hilfe krebskranker Kinder und ihrer Familien erradelt worden.

Miljenko Mrkonjic: Schon als Miljenko den Konferenzraum betrat, war zu spüren, wie viel positive Energie von diesem jungen Mann ausgeht. Packend und äußerst humorvoll präsentierte er seine bisher bewältigten sportlichen Spendenprojekte, Da gab es die Tour über die Alpen nach Kroatien, oder auch die Fahrt per Rad auf dem Jakobsweg bis Santiago de Compostela. Auch Miljenko hat als an Krebs erkrankter Jugendlicher die Hilfe vom Verein erhalten, eine Unterstützung mit seinen sportlichen Aktionen ist somit natürlich Ehrensache für ihn. Und da wird sicher auch in Zukunft noch einiges passieren, denn nach eigener Aussage kann Miljenko einfach nicht „Nein“ sagen…

Prof. Dr. Klingebiel gab zum Abschluss dann Einblicke in die Arbeit des Vereins, die Verwendung der Mittel und in seine eigenen jahrzehntelangen Tätigkeiten in der Forschung und Behandlung, sowie die großen Fortschritte und Erfolge, die seitdem zu verzeichnen sind.
Die Gespräche, Vorstellungen und Schilderungen waren so kurzweilig, die Zeit verging an diesem Tag so schnell, dass leider viel zu wenig Zeit blieb für Stefanie Stroh, Vorstandsmitglied und ebenfalls betroffene Mutter, und eben auch Christian Malesevic, noch ausführlicher über ihre eigenen Erfahrungen zu sprechen. Das war ein bisschen schade, aber immerhin blieb am Abend beim gemeinsamen Essen und Äppelwoi in einem urigen hessischen Lokal noch die Gelegenheit, mit Christian und Patrick Link, dem Koordinator aller Aktivisten für den Verein, den Tag und die tiefgehenden Gespräche Revue passieren zu lassen. Das alles brachte mir selbst viel Denkanregung und musste doch erstmal etwas sacken.
Ziemlich nachdenklich und beeindruckt ging es dann auch am Samstag wieder heim nach Osnabrück. Ich konnte mich direkt vor Ort von der Arbeit eines Vereins überzeugen, der aus Menschen besteht, die meinen höchsten Respekt haben und für ihre Arbeit größte Anerkennung verdienen.

DANKE!

